Adventisten

Kirche & Staat

Gemeinschaft und Solidarität

Es gibt nur eine Welt oder keine. Das Leben von Individuen wie auch von Gruppen und Völkern kann nur gemeinsam gelingen – oder gar nicht. Im globalen Dorf ist die biblische Einsicht nötig: „Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit. Wenn ein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen mit“ (1. Korintherbrief 12,26). Nur im solidarischen Miteinander lassen sich die vielschichtigen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart bewältigen.

Christen, die sich über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg als grosse, internationale Familie miteinander verbunden wissen, leisten einen bedeutenden Beitrag zur Verständigung zwischen Nationen, Völkern und Kulturen. Siebenten-Tags-Adventisten bilden eine solche weltumspannende Gemeinschaft, die kulturelle Vielfalt in solidarischer Gemeinschaft vereint.

Adventisten sind wie andere Christen auch mit den vielfältigen Problemen der Gesellschaft konfrontiert und können den sozialen Verhältnissen und der schreienden Not der Menschen gar nicht gleichgültig gegenüberstehen – und sie tun das im Allgemeinen auch nicht. Unsere Glaubensväter engagierten sich in den USA gegen die Sklaverei und die entwürdigende Ausbeutung von Frauen und Kindern. Adventisten kämpfen gegen das Elend, das Alkohol und Tabak mit sich bringen.

© Foto: Michael F. Schroth | churchphoto.de

Trennung von Kirche (Religionsgemeinschaft) und Staat


Adventisten haben stets das Konzept der Trennung von Religionsgemeinschaft und Staat (früher: Kirche und Staat) vertreten. Sie glauben, dass Gott den Regierungen aufgetragen hat, alle staatlichen Belange wahrzunehmen; ebenso ist es ihre Aufgabe, die Menschen zu schützen, wenn sie ihre natürlichen Rechte ausüben und in Anspruch nehmen.

Gleichzeitig betrachten Adventisten jede Gesetzgebung mit Sorge, durch die Staat und Religionsgemeinschaften sich gegenseitig zur Erreichung ihrer Zwecke einspannen oder faktisch vereinigt werden. Beispiele aus der Geschichte zeigen, dass solche Verbindungen häufig Anlass waren, die Menschenrechte, einschliesslich der Religions- und Weltanschauungsfreiheit, einzuschränken sowie Andersdenkende zu unterdrücken, zu diskriminieren oder zu verfolgen.

Adventisten sehen die Religionsfreiheit aber auch durch religionsfeindliche Forderungen säkularer Kreise bedroht, wonach Religion ausschliesslich in den privaten Bereich gehöre. Die Freiheit zu Religion (positive Religionsfreiheit) als auch die Freiheit von Religion (negative Religionsfreiheit) müssen in Balance gehalten werden. Sie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Das adventistische Verständnis der Trennung von Religionsgemeinschaften und Staat bedeutet aber weder für Christen noch für die Kirchen, sich aus der Gesellschaft zurückziehen. Sie können als Induviduen oder als Institution wertvolle Beiträge für das Gemeinwohl leisten.

Adventisten sind in verschiedenen Ländern als Parlamentarier, Beamte, Boschafter, Minister und Staatschefs tätig oder tätig gewesen. Zudem nimmt die Kirche je nach Situation und Anlass auch öffentlich Stellung zu Entwicklungen in der Gesellschaft. Sie engagiert sich im Weiteren über das kirchliche Hilfswerk ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe) in der Schweiz mit 27 Ortsgruppen, auf nationaler und internationaler Ebene mit ADRA Schweiz und weiteren 130 ADRA Landesbüros weltweit in der Katastrophenhilfe bzw. Entwicklungszusammenarbeit.

Nach oben

Verhältnis von Kirche und Staat
Stellungnahme der adventistischen Weltkirchenleitung (2002) :
(Englisch): Church-State Relations

(Hinweise auf PARL-Website)

 „Why Adventists Participate in UN and Ecumenical Meetings“
(Warum Adventisten an ökumenischen Tagungen sowie an jenen der UNO teilnehmen)
Artikel im "Adventist Review" (2016), Ganoune Diop, Abteilungsleiter der Weltkirchenleitung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) -
http://www.adventistreview.org/church-news/story3088-why-adventists-participate-in-un-and-ecumenical-meetings 

Floyd Morris, erster WAPOA-Präsident

© Foto: NAD - Rohann

Der blinde Senator Floyd Morris, Senatspräsident von Jamakia, wurde 2015 zum ersten Präsidenten der World Adventist Public Officials Association WAPOA gewählt.

2015: Globales Netzwerk adventistischer Amtsträger in Politik und Staat gegründet

Silver Spring, Maryland/USA, 26.08.2015/APD
Am 8. Juli, während der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, ist die Weltweite Vereinigung adventistischer Amtsträger (World Adventist Public Officials Association WAPOA) gegründet worden, wie Adventist News Network ANN am 22. Juli berichtete. Das WAPOA-Netzwerk wolle rund um den Globus Adventisten miteinander in Kontakt bringen, die ihrem Land als gewählte oder ernannte Amtsträger dienten.

Mehr