Konservative Anglikanerbewegung in den USA ist «keine Kirche»print druckenemail versenden

London/Grossbritannien, 24.02.2010/APD

Die Anglikanische Kirche von England (Church of England) will eine konservative Sammelbewegung, die sich von der anglikanischen Struktur in den USA abspalteten, vorerst nicht als eigene Kirche anerkennen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Delegierten am 10. Februar an ihrer Generalsynode in London.

Man erkenne zwar den Wunsch der neuen "Anglican Church in North America" (ACNA) an, als Teil der anglikanischen Weltgemeinschaft anerkannt zu werden. Vorher seien jedoch noch weitere Abklärungen nötig. Die ACNA hatte sich im vergangenen Sommer aus Protest gegen liberale Tendenzen gegründet.

Derzeit gebe es noch keine gefestigte Grundlage für eine volle Kirchengemeinschaft, erklärten Synodenbeobachter. Mit dem Beschluss, Sondierungsgespräche zu führen, folgte das höchste Leitungsgremium der Church of England einem Vorschlag des Bischofs von Bristol, Michael Hill. Der Erzbischof von Canterbury und Ehrenprimas der Anglikaner, Rowan Williams, soll auf der Synode im nächsten Jahr über Fortschritte in der Sache berichten.

Konservative Anglikaner in den USA hatten im Sommer 2009 die "Anglican Church in North America" (ACNA) gegründet. Sie versteht sich nach eigenen Angaben als Alternative zur amerikanischen anglikanischen Kirche, der "Episcopal Church in the USA" (ECUSA). Die ACNA strebt eine Anerkennung durch die anglikanische Weltgemeinschaft an.

Die Anglikanische Weltgemeinschaft (Anglican World Communion) wird seit Jahren von einem innerkirchlichen Streit um ihren Kurs erschüttert. Dabei sind der liberale und der konservative Flügel der Gemeinschaft etwa uneins über die Zulassung von Frauen und Homosexuellen zum Priester- und Bischofsamt.

Weltweit zählt die Anglikanische Kirchengemeinschaft etwa 80 Millionen Christen, davon etwa 42 Millionen im Vereinigten Königreich (grösstenteils in England (Church of England), da die selbständigen anglikanischen Landeskirchen in Schottland und Wales weder Staatskirchen sind, noch die Mehrheit der Bevölkerung zu ihren Mitgliedern zählt). Die Church of England ist besonders in englischsprachigen Gebieten und in Gebieten des Commonwealth of Nations vertreten. Die Anglikanische Kirchengemeinschaft ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und steht darüber hinaus durch gegenseitige Anerkennung in Kirchengemeinschaft mit den Altkatholischen Kirchen der Utrechter Union und der indischen Mar-Thoma-Kirche.

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