APD-INFORMATIONEN 7+8/2010 - JULI 2010
- Schweiz
- International
- US-Presbyterianer für Fortsetzung des Dialogs mit Adventisten
- Mexiko: Mit Kirchenbaumaterial gegen Polizisten
Bei Gefängnisrevolte in Chiapas 40 Polizisten verletzt - Pastor und Diakon der Adventisten in Mexiko ermordet
- Gedenktafel für ersten adventistischen Missionar in Spanien
- 100 Jahre adventistisches Verlagshaus in Indonesien
- Heilsarmee dehnt Arbeit auf 121 Länder aus
- Weltsynode 2010
- 11. LWB-Vollversammlung
- Bischof aus Palästina neuer Präsident des Lutherischen Weltbundes
- Vollversammlung der Lutheraner wählt neues Leitungsgremium
- Versöhnung zwischen Lutheranern und Mennoniten
Vollversammlung der Lutheraner legt Schuldbekenntnis ab - Vertreter weltweiter Konfessionsfamilien als Gäste bei LWB-Vollversammlung
- Besorgnis über den Verlust «biblischer Wahrheiten»
- Orthodoxe für Fortsetzung des Dialogs mit Lutheranern
Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel sieht schwierigen Weg zur Einheit
- Weltmission
- Religionsfreiheit
- Bildung
- Catholica
- Dokumentation
- Gastkommentar
- Personen
- Impressum
Schweiz
Basler Bischof neuer Leiter des Päpstlichen Einheitsrates 
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Basel/Rom, 29.07.2010 / APD
Papst Benedikt XVI. ernannte den Basler Bischof Dr. Kurt Koch (60) am 1. Juli zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und verlieh ihm aus diesem Anlass den Titel eines Erzbischofs ad personam. Kurt Koch folgt in diesem Amt Walter Kardinal Kasper nach und wird dem Bistum Basel bis zur Wahl eines Nachfolgers als Apostolischer Administrator vorstehen.
Der in Emmenbrücke bei Luzern geborene Kurt Koch empfing 1995 unter Papst Johannes Paul II. die Bischofsweihe und wurde zum Bischof von Basel ernannt. Koch studierte Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Luzern. Anschliessend lehrte der habilitierte Theologe als Honorarprofessor für Dogmatik, Ethik, Liturgiewissenschaft und Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Von 2007 bis 2009 war Msgr. Koch Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK). Er hat über 60 Bücher und Schriften verfasst, darunter "Mut des Glaubens" (1979) und "Eucharistie" (2005).
Sein Vorgänger, Walter Kardinal Kasper, der aus Heidenheim an der Brenz stammt, leitete den Einheitsrat seit 2001 als Präsident. Im 1999 hatte Papst Johannes Paul II. Kasper nach Rom geholt und ihn zunächst zum Sekretär des "Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen" ernannt. Seitdem hat sich der deutsche Kurienkardinal als Förderer der Ökumene verdient gemacht.
Der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen wurde vor rund 50 Jahren gegründet. Seine Anfänge sind eng mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verbunden. Es war der Wunsch von Papst Johannes XXIII., die Beteiligung der römisch-katholischen Kirche an der ökumenischen Bewegung zu einem Hauptanliegen des Konzils zu machen. Daher schuf er am 5. Juni 1960 ein "Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen". 1988 wandelte Papst Johannes Paul II. den Namen des Einheitssekretariates in Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen (Einheitsrat) um.
Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund hat neuen Ratspräsidenten 
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Herisau/Schweiz, 29.07.2010 / APD
Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) wählte Mitte Juni Pfarrer Dr. Gottfried Wilhelm Locher (44) zum Ratspräsidenten für die Amtszeit 2011 bis 2014. Er tritt die Nachfolge von Pfarrer Thomas Wipf an, der Ende 2010 nach zwölf Jahren Dienst zurücktritt.
Pfarrer Locher leitet seit 2006 das Institut für Ökumenische Studien der Universität Freiburg/Schweiz. Seit 2008 ist er auch Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Zuvor war Locher seit 2000 als Ökumenebeauftragter und von 2001 bis 2005 als Leiter der Abteilung Aussenbeziehungen im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund tätig. Auf internationaler Ebene amtierte Locher von 2004-2010 als einer der Vizepräsidenten des Reformierten Weltbundes (RWB). Auf einer vereinigenden Generalversammlung, die vom 18. bis 27. Juni in Grand Rapids (Michigan/USA) tagte, kam es zum Zusammenschluss vom RWB und dem Reformierten Ökumenischen Rat (RÖR) zur neuen "Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen" (WRK). Anschliessend wählten die Delegierten Locher zum Schatzmeister (General Treasurer) im Exekutivausschuss der neuen WRK.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund vertritt 26 reformierte Kirchen einschliesslich der Evangelisch-methodistischen Kirche mit rund 2,4 Millionen Protestanten in der Eidgenossenschaft. Präsident und Rat des SEK sind Gesprächspartner der Bundesbehörden sowie nationaler säkularer und religiöser Organisationen. Auf internationaler Ebene vertreten sie die SEK-Mitgliedkirchen insbesondere im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), im Reformierten Weltbund (RWB), in der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).
Die Abgeordnetenversammlung ist das Parlament (Legislative) des SEK. Sie tritt zwei Mal pro Jahr zusammen, im Juni als Gast einer Mitgliedskirche, im November in Bern. Die Mitgliedskirchen sind mit 70 Abgeordneten vertreten, die Diakonie- und die Frauenkonferenz stellen je zwei Delegierte mit Rede- und Antragsrecht.
International
US-Presbyterianer für Fortsetzung des Dialogs mit Adventisten 
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Minneapolis, Minnesota/USA, 29.07.2010 / APD
An ihrer 219. Generalversammlung stimmten die Delegierten der Presbyterianischen Kirche in den USA am 6. Juli einer weiteren Konsultationsrunde mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu. Den presbyterianischen Abgeordneten lag ein Bericht der Kommission für zwischenkirchliche und interreligiöse Beziehungen vor, welcher die zwischen 2006 und 2008 geführten presbyterianisch-adventistischen Gespräche würdigte und für eine Fortsetzung des Dialogs plädierte.
Für die nächste Konsultation zwischen Vertretern der nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten und der Presbyterianischen Kirche in den USA, die im Spätsommer 2010 stattfinden soll, stehen die Themenbereiche "Sabbat - Sonntag" und "Kirche und Staat", unter besonderer Berücksichtigung von Religionsfreiheit und Gerechtigkeit, auf der Agenda.
Das erste theologische Dialoggespräch fand 2006 im adventistischen Verwaltungszentrum in Silver Spring, Maryland, statt. Damals ging es vor allem darum, die jeweils andere Kirche kennenzulernen, wobei Referate in die Geschichte, Lehren und ethische Werte der Denominationen einführten.
Bei der nächsten Gesprächsrunde 2007 im nationalen Kirchenamt der Presbyterianer in Louisville, Kentucky, befassten sich die Teilnehmer mit vier Themen: Das jeweilige Verständnis des reformatorischen Prinzips "sola scriptura" (allein die Heilige Schrift), das Verhältnis göttliche Gebote und Evangelium zueinander, der Stellenwert des Schrifttums der Mitbegründerin der adventistischen Kirche, Ellen G. White (1827-1915), und die Rolle der Schriften des Reformators Johann Calvin (1509-1564). Beide Seiten stimmten überein, dass die Heilige Schrift der einzige Massstab für Glaube und Handlungsweise ist. Übereinstimmung herrschte auch darin, dass die Erlösung des Menschen allein durch den Opfertod Christi geschieht, dass ein Christ sein Leben aber nach den Geboten Gottes ausrichten solle.
Die dritte Gesprächsrunde 2008 an der adventistischen Loma Linda Universität in Kalifornien, die mit ihren medizinischen Einrichtungen auf Gesundheitswissenschaften spezialisiert ist, befasste sich mit den Eigenheiten, die für jede der beiden Konfessionen kennzeichnend sind. "Beide Kirchen erkennen die charakteristischen Beiträge der anderen Seite an und achten sie", betonte Dr. Malavé; "besonders die Sorge der Presbyterianer um soziale Gerechtigkeit und die Souveränität Gottes sowie die Betonung der Adventisten hinsichtlich Gesundheit und Religionsfreiheit." Die Hervorhebung der Gesundheit fände in der presbyterianischen Lehre von der Heiligung ihre Entsprechung. Bei anderen sozialen Fragen teilten beide Konfessionen ähnliche Ziele für die Gesellschaft, doch hinsichtlich der Erreichung dieser Ziele gebe es grosse Unterschiede. Die Presbyterianer tendierten dazu, die Notwendigkeit der Einmischung in die Politik zu betonen, während die Adventisten die soziale Verantwortung des Einzelnen im Blick hätten.
Die Presbyterianische Kirche hat in den USA 2,4 Millionen Mitglieder. Die Adventisten zählen in Nordamerika über eine Million erwachsen getaufte Mitglieder und weltweit 16,3 Millionen.
Mexiko: Mit Kirchenbaumaterial gegen Polizisten
Bei Gefängnisrevolte in Chiapas 40 Polizisten verletzt 
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Tuxtla Gutierrez, Chiapas/Mexiko, 29.07.2010 / APD
Mindestens 40 Polizeibeamte und eine unbekannte Anzahl Häftlinge wurden bei einem Aufstand im Gefängnis "Nr. 14 - El Amate "im mexikanischen Bundesstaat Chiapas verletzt, teilten die Behörden am 25. Juli mit.
Mehr als 2.100 Beamte der Bundespolizei und lokaler Polizeibehörden waren daran beteiligt, die Haftanstalt wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei musste während der Niederschlagung des Aufstandes jedoch keine Waffen oder Tränengas einsetzen.
"Die Polizeikräfte wurden während der Erstürmung mit Klumpen von rund 4.000 Betonblöcken beworfen, welche von den Insassen in den letzten Monaten hergestellt wurden, um auf dem Gefängnisgelände eine Kapelle der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu bauen", sagte ein Behördensprecher.
Auf dem rund 40 Hektaren grossen Gelände (davon 6 Hektaren Gebäude) des El Amate-Gefängnis fand die Polizei einen Tunnel, der für einen Massenausbruch vorbereitet wurde. Das Hochsicherheitsgefängnis, in Mexiko auch Anstalt für soziale Wiederanpassung genannt, befindet sich, in der Stadt Cintalapa.
Die Gefängnisrevolte brach am 22. Juli wegen der Verlegung eines Häftlings aus. Für viele Besucher, darunter 105 Frauen und 90 Kinder, wurde der Aufstand zur Falle, denn sie konnten die Haftanstalt nicht mehr verlassen. Alle vorübergehend als Geiseln genommenen Gefängnisbesucher wurden von den Polizeikräften befreit.
Nach Angaben der chiapanekischen Regierung handelte es sich beim Anführer der Revolte um Ermidio Castro Rangel, der wegen krimineller Verschwörung und Erpressung seine Strafe absitzt. Seit sechs Jahren kontrolliert Rangel als "selbsternannter Regierungschef" durch ständige Unterdrückung und Erpressung die Gefängnisinsassen.
Rangel und sieben weitere Häftlinge wurden in Sonderhaft genommen, nachdem sie von Mitgefangenen als Rädelsführer identifiziert wurden. Die Gefangenen von El Amate wurden inzwischen auf andere Haftanstalten in Mexiko verteilt.
Bei der Rückeroberung des Gefängnisses konnte die Polizei fünf Tränengaskanister, eine Brandbombe, zwei Gewehre sowie Messer, Munition, Kokain und Marihuana beschlagnahmen.
Für mittelamerikanische Verhältnisse ist es durchaus üblich, dass christliche Kirchen in grösseren Gefängnissen über eigene Versammlungsräume wie Kapellen oder Kirchen verfügen, was der seelsorgerlichen Betreuung von Gefangenen sehr entgegenkommt. Im vorwiegend katholischen Bundesstaat Chiapas leben beispielsweise über 180.000 erwachsen getaufte adventistische Christen.
Pastor und Diakon der Adventisten in Mexiko ermordet 
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Lüneburg/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Mit Entsetzen reagierten die Siebenten-Tags-Adventisten in Mexiko auf die Ermordung eines adventistischen Geistlichen und eines Diakons in Juárez im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua. Laut der Gemeindezeitschrift "Adventisten heute" (Lüneburg) sassen der 28-jährige Pastor Lenin Avila Cortez und der 30-jährige Diakon Javier Zavala Rodríguez im Wagen des Geistlichen, als sie am späten Abend des 10. Mai mit drei beziehungsweise 17 Schüssen ermordet wurden. Die Kirchenleitung geht davon aus, dass beide Adventisten Seelsorgebesuche gemacht hatten und aufgrund einer Verwechslung getötet wurden. Die Polizei ermittelt noch.
"Wir sind über diese Tragödie sehr erschüttert", sagte Pastor José Luís Jiménez, Vorsteher der nordmexikanischen Mission der Adventisten und Dienstvorgesetzte des ermordeten Geistlichen. "Es ist das erste Mal, dass hier in der Gegend ein Pastor oder ein Mitglied unserer Kirche auf solch tragische Weise umkam. Pastor Cortez hatte erst vor sieben Jahren seinen Dienst begonnen und leistete eine hervorragende Arbeit in den ihm anvertrauten insgesamt 700 Mitglieder umfassenden Kirchengemeinden", betonte Jiménez anlässlich der Beerdigung seines Mitarbeiters, die am 21. Mai in Mexiko City stattfand. Der Ermordete hinterlässt seine schwangere Frau und einen dreijährigen Sohn.
Javier Zavala leitete ehrenamtlich die Diakonieabteilung der Adventgemeinde in Zaragoza, die für die soziale und seelsorgerliche Betreuung ihrer Mitglieder verantwortlich ist, und arbeitete eng mit seinem Pastor zusammen. Die Beerdigung fand am 20. Mai in seiner Heimat Zacatecas statt. Er hinterlässt Ehefrau Laura Lares.
Vorsteher Jiménez macht sich Sorgen um die Sicherheit seiner weiteren 17 Pastoren sowie um die Gemeindeleiter und Diakone in Nordmexiko. Mit anderen Leitungskräften der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten werde darüber beraten, welche vorbeugenden Massnahmen dazu beitragen könnten, eine ähnliche Tragödie zu vermeiden. "Eines wissen wir: Die Arbeit für Gott und seine Sache geht weiter – in guten wie in schlechten Zeiten", meinte Jiménez.zum Schutz gegen sexuelle Gewalt aufzuerlegen. Alle Teilnehmer des Fachgesprächs hätten noch einmal den Grundsatz bekräftigt: "Opferschutz geht immer vor Täter- und Kirchenschutz."
Gedenktafel für ersten adventistischen Missionar in Spanien 
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Baeza/Spanien, 29.07.2010 / APD
Vertreter der spanischen Stadt Baeza in der andalusischen Provinz Jaén haben den ersten adventistischen Missionar in Spanien geehrt, der zu Beginn des Ersten Weltkrieges den Märtyrertod erlitt und dessen Grab später geschändet wurde. 1914 starb der aus den USA entsandte Pastor Walter Guy Bond im Alter von 35 Jahren an einer Vergiftung, weil er, wie damals verlautete, die adventistische Lehre verkündigt habe. Eine Gedenktafel mit Bonds Namen wurde in einem feierlichen Akt an der Ehrenmauer für all jene angebracht, die ihr Leben bei der Verteidigung ihrer Überzeugung sowie des Friedens, der Freiheit und der Demokratie liessen.
Die Zeremonie leiteten Bürgermeisterin D. Leocadio Marin und ein weiterer Vertreter der Stadt Baeza. Seitens der Freikirche nahmen der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Spanien, Pastor Jesús Calvo Manso (Madrid), der Direktor des Historischen Archivs der spanischen Adventisten, Pastor Andrés Tejel, sowie weitere Geistliche und Mitglieder der Freikirche teil. Die Gedenktafel enthüllte Pastor Roberto Badenas, Abteilungsdirektor für Bildung und Familie der adventistischen Euro-Afrika Kirchenleitung mit Sitz in Bern.
Walter Guy Bond, 1879 in Kalifornien geboren, schloss 1899 sein Theologiestudium am adventistischen Healdsburg College im Norden Kaliforniens ab. Nach seiner Heirat mit Leola Gerow wurden er und sein Bruder Frank als erste Missionare der Freikirche nach Spanien entsandt, wo das Ehepaar und der Bruder am 22. Juni 1903 in Barcelona eintrafen. Nach Gründung einer kleinen Gemeinde wurde Bond 1905 zum Leiter der Adventmission in Spanien ernannt. Einer der ersten Gläubigen war Lope San Nicolas, der als Laienmissionar wirkte und später in der Stadt Baeza, etwa 750 Kilometer südwestlich von Barcelona, tätig war. Nicolas lud Walter Bond ein, dort Bibelvorträge zu halten.
Am 13. Oktober 1914 traf der Missionar in Baeza ein. Am 1. November erhielt sein Bruder Frank die telegrafische Mitteilung, dass Walter im Sterben liege. Frank und Leola reisten nach Baeza, wo Walter am 12. November im Alter von 35 Jahren starb. Der Arzt teilte dessen Ehefrau Leola mit, dass ihr Mann vergiftet worden sei. Walter soll noch auf seinem Sterbebett geäussert haben: "Ich vergebe meinen Mördern". Der Missionar wurde auf dem Friedhof von Baeza bestattet. Seine schwangere Ehefrau verliess mit ihren drei Kindern am 6. Januar 1915 Spanien und kehrte in die USA zurück.
Zwischen 1943 und 1945 wurde das Grab von Bond geschändet und seine Gebeine entfernt. Laut dem Präsidenten der spanischen Adventisten, Pastor Manos, sei es zu dieser Zeit in Spanien üblich gewesen, die Gräber von "Staatsfeinden", wozu Demokraten, Republikaner und auch Nichtkatholiken gehörten, zu zerstören, um ein weiteres Gedenken an sie zu verhindern. In den letzten Jahren habe die Stadtverwaltung von Baeza die Ehrenmauer errichtet, um an jene zu erinnern, die sich gegen das totalitäre Regime wandten oder die als "Schande" für Spanien angesehen worden seien.
In Spanien gibt es heute 15.070 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 105 Gemeinden, die von 62 Pastoren betreut werden. Die dortige Freikirche unterhält ein Theologisches Seminar, ein Gymnasium, eine Mittelschule, vier Grundschulen, ein Gesundkostwerk, ein Altenheim, ein Verlagshaus, ein Medienzentrum mit Fernseh- und Radiostudios sowie eine Rundfunk- und TV-Station in Valencia.
1992 hatte der Staat ein Abkommen mit der Föderation Evangelischer Glaubensgemeinschaften (FEREDE) geschlossen, das eine Gleichbehandlung mit der römisch-katholischen Kirche vorsieht, das jedoch nur zögerlich umgesetzt werde, wie Protestanten wiederholt bemängelten. Zur FEREDE gehören unter anderem die Evangelische Kirche Spaniens, Pfingst- und Täufergemeinden, die Siebenten-Tags-Adventisten sowie weitere Freikirchen.
100 Jahre adventistisches Verlagshaus in Indonesien 
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Bandung/Indonesien, 29.07.2010 / APD
Mit der Herausgabe der Zeitschrift "Utusan Kebenaran Melayu" (Malaiischer Wahrheitsbote) durch Missionar Ralph Waldo Munson in Sukabumi auf Java begann 1910 die Verlagsarbeit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in einem Gebiet, das heute zur Republik Indonesien gehört. 1915 wurde das Verlagshaus nach Batavia, dem jetzigen Jakarta, verlegt. Später befand es sich in Singapur, bevor es 1929 wieder nach Java in die Stadt Bandung kam, wo es sich heute noch befindet und unter dem Namen "Percetakan Advent Indonesia" (Adventisisches Verlagshaus in Indonesien) bekannt ist.
Die Herausgabe von christlicher Literatur spielte bei der Verbreitung der Adventisten im Inselstaat eine grosse Rolle. Zum hundertjährigen Jubiläum gab der Verlag das Buch "Ketika Sang Pencipta Berkata Ingatlah" (13 lebensverändernde Geheimnisse) des amerikanischen Evangelisten Mark A. Finley in einer ersten Auflage von 110.000 Exemplare heraus.
Indonesien mit 225 Millionen Einwohnern ist weltweit der Staat mit der grössten muslimischen Bevölkerung. 88 Prozent der Indonesier sind Muslime, fünf Prozent Protestanten, drei Prozent Katholiken, zwei Prozent Hindus, ein Prozent Buddhisten und ein Prozent gehört einheimischen Religionen an. In dem Inselstaat leben 201.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1.395 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält eine Universität, eine Hochschule, sieben Mittelschulen, 269 Grund¬schulen, acht englische Sprachschulen, vier Krankenhäuser, 19 Kliniken, den Service "Fliegende Ärzte", ein Medienzentrum mit Radio- und Fernsehstudios sowie ein Verlagshaus.
Heilsarmee dehnt Arbeit auf 121 Länder aus 
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London/Grossbritannien, 29.07.2010 / APD
Die Heilsarmee arbeitet jetzt in 121 Ländern. Neu begonnen wurde die Arbeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), einer Föderation von sieben Emiraten im Südosten der Arabischen Halbinsel, gab das Internationale Hauptquartier der Freikirche in London bekannt. Die Heilsarmee sei dabei, ihre Beziehungen mit Regierungsvertretern und Behörden der VAE aufzunehmen. Gleichzeitig solle mit der Bildung eines eigenen Beraterstabes die Voraussetzung dafür geschaffen werden, damit das Werk der Heilsarmee ein Teil des täglichen Lebens im Mittleren Osten werden könne, so das Heilsarmee-Hauptquartier.
Die internationale Bewegung der Heilsarmee mit den Bereichen Sozialarbeit und christliche Verkündigung begann vor rund zwei Jahren ihr Wirken in Kuwait. Heilsarmee-Leiter aus den USA gaben 2009 den Anstoss zur Ausdehnung der Tätigkeit in die VAE. Sie mieteten Räume für regelmässige Heilsarmee-Versammlungen in Sharjah und Abu Dhabi. Dank der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen vor Ort gewinne die Heilsarmee immer mehr Anerkennung in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auch die Siebenten-Tags-Adventisten versammeln sich in Mieträumlichkeiten an sechs verschiedenen Orten in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erst kürzlich fand die Grundsteinlegung zum ersten adventistischen Gemeindezentrum im zu den VAE gehörenden Emirat Ras al-Khaymah statt. Pastor Victor Harewood, Präsident der Freikirche in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, hofft, dass das Bauwerk bis Ende des Jahres fertiggestellt ist.
Die VAE mit Abu Dhabi als Hauptstadt zählen rund sechs Millionen Einwohner, davon sind zirka 80 Prozent Ausländer. Der Islam ist Staatsreligion. Ansässige Ausländer können ihre Religion ungehindert praktizieren, missionarische Aktivitäten gegenüber Muslimen sind jedoch untersagt.
Weltsynode 2010
Lutheraner wollen Engagement gegen Armut verstärken 
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Stuttgart/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Die Delegierten der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben zum Abschluss in Stuttgart eine sieben Seiten umfassende "Botschaft" angenommen. Der vollständige Wortlaut wird nach Einarbeitung zahlreicher Textänderungen erst später veröffentlicht. Das Papier enthält eine Mischung aus Selbstverpflichtungen für die 145 Mitgliedskirchen und Forderungen an Regierungen und Wirtschaftsunternehmen in aller Welt. Nach dem Motto der Vollversammlung "Unser tägliches Brot gib uns heute" sprachen sich die Delegierten in der "Botschaft" dafür aus, dass der LWB unter anderem sein Engagement gegen Armut und für Nahrungssicherheit verstärkt, das Bewusstsein für Umweltfragen schärft, nachhaltige Entwicklung in armen Ländern fördert, sich für den Erlass illegitimer Schulden einsetzt und der Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen in Kirche und Gesellschaft entgegentritt.
Über die "Botschaft" hinaus fasste die Vollversammlung eine Reihe von Beschlüssen, die zum Teil die Themen der "Botschaft" mit Aufforderungen zu konkretem Handeln ergänzen. So sollten sich Mitgliedskirchen erneut verpflichten, LWB-Richtlinien und Entscheidungen im Blick auf die volle Teilhabe von Frauen am Leben der Kirche sowie in der Gesellschaft umzusetzen. Auch müssten die nötigen kirchenrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Frauen als Ordinierte und Nichtordinierte Leitungspositionen in den Kirchen übernehmen könnten und die Chance bekämen, eine theologische Ausbildung zu erhalten. Zugleich bat die Vollversammlung die Mitgliedskirchen, die keine Frauen ordinierten, die Auswirkungen ihrer Position auf die Frauen zu bedenken, die somit ihrer "gottgegebenen Berufung" nicht entsprechen könnten. "Der Schmerz dieses Ausschlusses und der Verlust ihrer Gaben bedeuten Leiden und Verlust für die ganze Kirche", heisst es in einem Beschluss.
In einer weiteren Resolution ruft die Vollversammlung die LWB-Mitgliedskirchen auf, sich dafür einzusetzen, dass Frauen, Männer und Kinder davor geschützt werden, Opfer von Menschenhandel zu werden. Die Erklärung wendet sich auch gegen die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers in den Medien.
11. LWB-Vollversammlung
Bischof aus Palästina neuer Präsident des Lutherischen Weltbundes 
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Stuttgart/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Dr. Munib Younan (59), Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, wurde auf der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart am 24. Juli zum neuen Präsidenten gewählt. Dem Lutherischen Weltbund gehören 145 Mitgliedskirchen in 79 Ländern mit rund 70,1 Millionen lutherischen Christen an.
Bischof Younan war der einzige Kandidat. Von den zum Zeitpunkt der Wahl 360 registrierten Delegierten stimmten 300 Delegierte für Bischof Younan, 23 stimmten dagegen und 37 Delegierte enthielten sich der Stimme.
Munib Younan löst Bischof Mark S. Hanson (63) aus den USA ab, der bei der letzten Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada das Präsidentenamt übernommen hatte. Younan ist seit 1998 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL). Er studierte Theologie in Finnland und in den USA. Die ELKJHL hat rund 2.000 Mitglieder in den sechs Gemeinden Jerusalem, Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahur, Ramallah und Amman.
Er gehörte dem Rat des LWB bereits zwei Legislaturperioden an. 2003 war er zu einem der fünf Vizepräsidenten des Lutherischen Weltbundes gewählt worden. Bischof Younan ist ausserdem Mitbegründer des "Rates Religiöser Institutionen des Heiligen Landes" (CRIHL), der sich aus zwei Oberrabbinern, den Leitenden Persönlichkeiten der lokalen Kirchen, dem Obersten Richter des Islamischen Gerichtshofes in Palästina und anderen muslimischen Religionsführern zusammensetzt. Er gehört auch dem Exekutivkomitee des Mittelöstlichen Kirchenrats (MECC) an. Der am 8. September 1950 in Jerusalem geborene Palästinenser ist verheiratet und hat drei Kinder. Younan besitzt immer noch eine Ausweiskarte des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), die seinen Flüchtlingsstatus belegt.
Als seine oberste Priorität bezeichnete Bischof Younan nach seiner Wahl, die weltweite Gemeinschaft lutherischer Kirchen zusammenzuhalten. "Wir müssen uns fragen: Was ist unsere Mission in der Welt? Zur Heilung der Welt – das ist meine Priorität. Was ist Mission, was ist prophetische Diakonie? – Das ist eine Priorität, die die Gemeinschaft zusammenhalten wird." Als seine Hauptsorge im Nahen und Mittleren Osten bezeichnete Younan die Angst der Israelis und die Angst der PalästinenserInnen. "Was immer unser theologischer Standpunkt zu Israel ist: Wir dürfen trotzdem das Thema Gerechtigkeit nicht einfach beiseite schieben. Ich will Gerechtigkeit für Palästinenser und Palästinenserinnen und Gerechtigkeit für die Israelis."
Der LWB repräsentiert mit rund 70,1 Millionen Menschen nach Katholiken und Orthodoxen weltweit die drittgrösste christliche Gruppierung. Die Lutheraner sehen die Heilige Schrift als alleinige Quelle und Norm an. Der vom Reformator Martin Luther verfasste Katechismus gilt als zutreffende Auslegung der Bibel.
Vollversammlung der Lutheraner wählt neues Leitungsgremium 
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Stuttgart/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat in Stuttgart den 48-köpfigen Rat gewählt, der die Geschicke dieses Zusammenschlusses zwischen den Vollversammlungen lenkt. Die lutherischen Kirchen in Deutschland sind erneut mit sechs Persönlichkeiten vertreten: Professor Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg), Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Hannover), Superintendentin Martina Berlich (Eisenach), Pröpstin Frauke Eiben (Ratzeburg), Landesbischof Frank O. Juli (Stuttgart) und der Jugenddelegierten Anna-Maria Tetzlaff (Greifswald). Der Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (BELK) ist mit deren Präsidentin, Pfarrerin Dagmar Magold (Genf), im Rat präsent.
Das Gremium, das künftig von Bischof Dr. Munib Younan als neuem Präsidenten des LWB geleitet wird, umfasst 22 Männer und 26 Frauen. 28 Personen sind ordiniert, zwanzig Laien. Unter den Mitgliedern des Rates befinden sich auch zehn Delegierte unter 30 Jahren, sogenannte Jugenddelegierte. Der bisherige Weltbund-Präsident, Bischof Mark S. Hanson, gehört ebenfalls dem Leitungsgremium an.
Der Rat ist in der Zeit zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden LWB-Vollversammlungen für die Geschäfte des Weltbundes zuständig. Er entscheidet über die Struktur des LWB-Sekretariats in Genf, setzt die Haushalte des Weltbundes fest und legt den Mitgliedskirchen einen Jahresbericht vor.
Versöhnung zwischen Lutheranern und Mennoniten
Vollversammlung der Lutheraner legt Schuldbekenntnis ab 
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Stuttgart/Deutschland, 29.07.2010 / APD
In einem historischen Akt während eines Buss-Gottesdienstes haben sich der Lutherische Weltbund (LWB) und die Mennonitische Weltkonferenz (WMK) versöhnt. Mit einem einstimmig gefassten Schuldbekenntnis gegenüber den Mennoniten und Anabaptisten (Wiedertäufern) hatten zuvor die Delegierten der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) mennonitische Christinnen und Christen um Vergebung für das Leiden der Täufer im 16. Jahrhundert gebeten. Weil die Mennoniten die Kindertaufe ablehnen, wurden sie früher auch Täufer genannt.
Der LWB-Präsident, Bischof Mark S. Hanson (USA), sprach in diesem Zusammenhang von einem "beispiellosen Schritt der Wiedergutmachung". In der Erklärung heisst es, der LWB empfinde "tiefes Bedauern und Schmerz über die Verfolgung der Täufer durch lutherische Obrigkeiten und besonders darüber, dass lutherische Reformatoren diese Verfolgung theologisch unterstützt haben". Der Lutherische Weltbund bekundet "öffentlich sein tiefes Bedauern und seine Betrübnis".
Im Schuldbekenntnis heisst es weiter: "Im Vertrauen auf Gott, der in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnte, bitten wir deshalb Gott und unsere mennonitischen Schwestern und Brüder um Vergebung für das Leiden, das unsere Vorfahren im 16. Jahrhundert den Täufern zugefügt haben, für das Vergessen oder Ignorieren dieser Verfolgung in den folgenden Jahrhunderten und für alle unzutreffenden, irreführenden und verletzenden Darstellungen der Täufer und Mennoniten, die lutherische Autoren bis heute in wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Form verbreitet haben."
Zum historischen Hintergrund: Mit Hilfe theologischer Argumente, wie etwa von Martin Luther (1483-1546) und Philip Melanchthon (1497-1560), wurden im 16. Jahrhundert Anabaptisten brutal verfolgt und im Einzelfall auch hingerichtet. Auch in der Schweiz wurden die Täufer jahrhundertelang verfolgt. Viele wanderten deshalb nach Amerika aus.
Eine Internationale lutherisch-mennonitische Studienkommission hat zwischen 2005 und 2008 die Historie aufgearbeitet. Darauf aufbauend bestätigte der Rat des LWB im Oktober 2009 einstimmig die Bitte um Vergebung. Auch wenn weiterhin bedeutende theologische Unterschiede bestünden, könnten diese nun im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Erbe der Verfolgung in einem neuen Klima untersucht werden.
Das Schuldbekenntnis enthält auch eine Selbstverpflichtung, wonach der LWB dafür Sorge tragen will, "die lutherischen Bekenntnisschriften im Licht der gemeinsam beschriebenen Geschichte von Lutheranern und Mennoniten zu interpretieren; […], dass diese Entscheidung des Lutherischen Weltbundes Einfluss darauf hat, wie die lutherischen Bekenntnisse an den Hochschulen und in anderen Bereichen des kirchlichen Unterrichts gelehrt werden; die Untersuchung von bisher ungelösten Fragen zwischen unseren beiden Traditionen im Geist wechselseitiger Offenheit und Lernbereitschaft fortzuführen, vor allem was die Taufe und das Verhältnis von Christen und Kirche zum Staat betrifft; den gegenwärtigen Konsens, der in den Erfahrungen unserer Kirchen über Jahrhunderte gewonnen worden ist, zu bekräftigen, dass der Gebrauch der Staatsgewalt zum Ausschliessen oder Aufzwingen bestimmter religiöser Überzeugungen zu verwerfen ist; uns dafür einzusetzen, dass Religions- und Gewissensfreiheit in den politischen Ordnungen und in den Gesellschaften gewahrt und aufrechterhalten werden; unsere Kirchen und vor allem die Ortsgemeinden anzuspornen, Wege zu suchen, um die Beziehungen zu mennonitischen Gemeinden fortzuführen und zu vertiefen durch gemeinsame Gottesdienste und Bibelstudien, durch gemeinsames humanitäres Engagement und durch gemeinsame Arbeit für den Frieden".
Für die Mennonitische Weltkonferenz (MWK) nahm Präsident Danisa Ndlovu aus Simbabwe das Schuldeingeständnis des LWB an: "Wir sind tief bewegt von Ihrem Geist der Busse und von Ihrer Bitte um Vergebung. Wir glauben, dass Gott heute Ihr Bekenntnis gehört hat und Ihrer Bitte um Vergebung entsprochen hat. Wir schliessen uns Gott freudig und demütig an, Ihnen zu vergeben." Zugleich könnten die Mennoniten nicht an diesen Punkt kommen, ohne die eigene Sündhaftigkeit nicht zu sehen, räumte Ndlovu ein.
"Im Vertrauen auf Gott, der durch Jesus die Welt mit sich selbst versöhnt hat, haben Sie nicht nur um Vergebung für vergangenes Handeln gebeten, sondern haben in Ihrer Initiative Integrität bewiesen, indem Sie konkrete Verpflichtungen für weiteres Handeln eingegangen sind. Wir sind dankbar für diese Verpflichtungen," betonte der MWK-Präsident. Im Gegenzug verpflichte sich die Mennonitische Weltgemeinschaft, "die Interpretationen der lutherisch-anabaptistischen Geschichte, die die von der Internationalen lutherisch-mennonitischen Studienkommission gemeinsam formulierte Darstellung der Geschichte ernst nimmt, zu fördern; dafür zu sorgen, dass Ihre Versöhnungsinitiative in den anabaptistisch-mennonitischen Lehren über Lutheraner bekannt und anerkannt wird; die Gespräche zu ungelösten Fragen, die noch zwischen Ihrer und unserer Tradition stehen, in einem Geist gegenseitiger Verwundbarkeit und Offenheit für das Werk des Heiligen Geistes, mit Ihnen fortzusetzen und unsere Mitgliedskirchen, deren einzelne Gemeinden und Institutionen zu ermuntern, im Dienst für die Welt umfassendere Beziehungen und stärkere Zusammenarbeit mit Lutheranern anzustreben".
Im Namen aller Mennoniten überreichte Ndlovu verbunden mit einer freundschaftlichen Umarmung als Gegengabe zum Bussakt der Lutheraner eine historische Schale, wie sie in der anabaptistischen Tradition zur biblischen Fusswaschung verwendet wird.
Im Anschluss an die Verabschiedung der Erklärung gingen die Teilnehmenden der Vollversammlung und die mennonitischen Gäste in einer von Gesang untermalten Prozession zur sogenannten Reithalle, um gemeinsam einen Bussgottesdienst zu feiern. In sechs persönlichen und bewegenden Zeugnissen beschrieben mennonitische und lutherische Teilnehmende die Verfolgung und die heutigen Zeichen von Vergebung und Hoffnung. Durch das gegenseitige Zeichnen von Kreuzen mit Olivenöl auf die Hand des Nachbarn/der Nachbarin vergegenwärtigten sich die Teilnehmenden Heilung und Frieden als Symbol der Versöhnung.
Der Name Mennoniten (1496-1561) leitet sich von dem niederländisch-friesischen Theologen Menno Simons ab, der 1536 sein katholisches Priesteramt aufgab, heiratete und sich den Täufern anschloss.
Zur Mennonitischen Weltkonferenz (WMK) gehören 227 Mennoniten- und Brüder-in-Christo-Kirchen in 80 Ländern mit über 1,6 Millionen Mitgliedern. Der Lutherische Weltbund zählt heute als Gemeinschaft lutherischer Kirchen 145 Mitgliedskirchen in 79 Ländern, denen rund 70,1 Millionen Christen angehören.
Vertreter weltweiter Konfessionsfamilien als Gäste bei LWB-Vollversammlung 
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Stuttgart/Deutschland, 29.07.2010 / APD
In seinem Rechenschaftsbericht vor den Delegierten der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart hob der scheidende Generalsekretär des LWB, Pfarrer Dr. Ishmael Noko, die "ökumenischen Erfolge" der Arbeit des LWB hervor. Dabei erinnerte er an die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre", die 1999 gemeinsam mit der römisch-katholischen Kirche unterzeichnet wurde und der sich 2006 der Weltrat der Methodistischen Kirchen angeschlossen habe. In besonderer Weise würdigte der LWB-Generalsekretär den ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper. "Wo immer er war, hat er auf warmherzige und fruchtbare Weise mit uns Lutheranern zusammengearbeitet, und wir nutzen die Gelegenheit, um ihm für alles, was er geleistet hat, zu danken. " Bedeutsam seien auch die Dialoge mit Orthodoxen, Anglikanern, Reformierten, Mennoniten und Methodisten.
"Wir haben in der Ökumene mehr erreicht, als wir uns vorgestellt haben", entgegnete Kardinal Walter Kasper. In seinem Grusswort vor der Vollversammlung, in dem er die Grüsse von Papst Benedikt XVI. überbrachte, sagte Kasper, es gebe "keinen ökumenischen Winter". Insbesondere würdigte er den lutherisch/römisch-katholischen Dialog, der 1967 begonnen habe. Die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" aus dem Jahre 1999 sei ein "Meilenstein der Ökumene". Die römisch-katholische Kirche sei "entschlossen", den Dialog fortzusetzen, zu vertiefen und die offenen Fragen zu bearbeiten. Im Blick auf die Herausforderungen in der westlichen Welt warb Kasper dafür, "gemeinsam die christlichen Wurzeln zu schützen".
Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Dr. Rowan Williams, hielt vor den Delegierten der LWB-Vollversammlung in Stuttgart das Hauptreferat, in dem er den Begriff Brot im Motto der Vollversammlung "Unser tägliches Brot gib uns heute" in einem spirituellen Sinn deutete. "Je mehr die Kirchen zusammenarbeiten, umso besser ist es für das Wohlergehen der Menschen", betonte Williams und verwies dabei auf die von Jeanette Ada beklagte Ungerechtigkeit in Afrika. Die Delegierte aus Kamerun hatte zuvor in einer Stellungnahme auf das Hauptreferat des Erzbischofs reagiert. Williams erklärte, er wäre dankbar, wenn sich die Beziehungen zwischen Lutheranern und Anglikanern auf dem afrikanischen Kontinent stärker entwickeln würden.
Der Lutherische Weltbund sei ein gutes Beispiel einer Gemeinschaft, erklärte Pfarrer Dr. Setri Nyomi, Generalsekretär der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WRK) in seinem Grusswort. Unter Bezug auf die Vereinigung des Reformierten Weltbundes (RWB) und des Reformierten Ökumenischen Rates (REC) zur WRK im Juni dieses Jahres betonte er: "Wir sind dankbar, dass eine Abordnung des LWB dabei war und uns während des Prozesses ermutigt hat." Er versicherte die Verbundenheit zwischen der WRK und dem LWB und die Verpflichtung, "nach Wegen zu suchen, um die Beziehungen zu vertiefen". Die WRK umfasst 227 Mitgliedskirchen in 108 Ländern mit rund 80 Millionen reformierten Christen.
Die Nachdrücklichkeit, mit der Lutheraner dazu stehen, "dass wir eins sind, weil wir den einen Christus teilen und weil wir dieselbe Gabe empfangen haben" sei etwas, das die ökumenische Bewegung heute "mehr denn je" brauche, so der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit, in seinem Grusswort. Tveit dankte den lutherischen Kirchen für ihren Beitrag zur Gemeinschaft des ÖRK und hob einige der Gaben hervor, welche die lutherische Gemeinschaft eingebracht habe. "Sie sind bekannt für Ihren Einsatz für gerechten Frieden, Mission, Diakonie, den ökumenischen Dialog und die interreligiöse Zusammenarbeit."
Pastor Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit sowie Generalsekretär des Rates für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, überbrachte Grüsse von rund 30 Millionen adventistischer Christen in 205 Ländern. Die Adventisten hätten sich immer als Teil der Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts verstanden. Martin Luther habe bei ihnen eine ganz besondere Stellung in ihrer Kirchengeschichtsschau und Theologie. Die Adventisten hätten, wie die Mennoniten, ihre Wurzeln in der Täuferbewegung. Daher begrüssten sie sehr die "Redlichkeit und Aufrichtigkeit" des Lutherischen Weltbundes im Versöhnungsprozess mit den Mennoniten. "Ich gratuliere ihnen zu ihrer Courage, ihre Geschichte hinsichtlich ihrer Beziehungen zu den Mennoniten kritisch zu durchleuchten." Graz würdigte den scheidenden Generalsekretär des LWB, Pfarrer Dr. Ishmael Noko, als "grossartigen Botschafter der lutherischen Konfessionsfamilie" in aller Welt, bei Regierungen und internationalen Institutionen. Er dankte, dass er zum dritten Mal als Gast an einer Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes habe teilnehmen dürfen.
Graz konnte selbst Ende Juni/Anfang Juli bei der Weltsynode der Siebenten-Tags-Adventisten in Atlanta/USA Gäste aus anderen Konfessionsfamilien begrüssen. Unter anderen waren Pfarrer Dr. Setri Nyomi, Generalsekretär der neu geschaffenen Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WRK), Pastor Dr. George Freeman, Generalsekretär des Weltrates der Methodisten (WMC), Dr. Neville Callam, Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes (BWA), Pfarrer Dr. Larry Miller, Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz (MWC), und Dr. Geoff Tunnicliffe, Internationaler Direktor der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), nach Atlanta gekommen. Graz war andererseits im Juni Gast der ersten Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Grand Rapids/USA und nimmt am 20. Baptistischen Weltkongress des Baptistischen Weltbundes vom 28. Juli bis 1. August in Honolulu/Hawaii teil.
"Das ist das Schöne am weltweiten Leib Christi, dass wir verschiedene Gaben bekommen haben", sagte Dr. Jean-Daniel Plüss, Ko-Vorsitzender der Lutherisch-Pfingstlerischen Studiengruppe vor den Delegierten der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart. Er überbrachte Grüsse im Namen der Pfingstkirchen und rief dazu auf, gute Haushalter zu sein, von einander zu lernen und einander zu ermutigen durch die einende Kraft Christi. "Auch wir Pfingstkirchen haben den Wunsch, noch weitere Gespräche mit Lutheranern und Lutheranerinnen zu führen, da wir uns ebenfalls als Kinder der Reformation begreifen", so Plüss.
Besorgnis über den Verlust «biblischer Wahrheiten» 
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Stuttgart/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Der Vorsitzende des Internationalen Lutherischen Rates (ILC), Präses Gerald B. Kieschnick, hat seine Dankbarkeit für die Beziehungen ausgedrückt, die sich zum Lutherischen Weltbund (LWB) entwickelt hätten. Gleichzeitig beklagte er die Richtung, die von einigen LWB-Mitgliedskirchen im Blick auf das Thema Sexualität eingeschlagen werde.
Kieschnick, der auch Präsident der Lutherischen Kirche – Missouri Synode (LC-MS) ist, sagte in seinem Grusswort den Delegierten der Elften LWB-Vollversammlung in Stuttgart (Deutschland), er fürchte, dass "viele der heiligen biblischen Wahrheiten, welche die Reformation eingeleitet haben, in Gefahr sind, verloren zu gehen."
Der Vorsitzende des ILC erklärte, dass die Herausforderungen im Blick auf die christliche Wahrheit "zuerst toleriert, dann akzeptiert und jetzt bekräftigt wurden". Christen und Christinnen hätten heute keinen "allgemeinen breiten Konsens, ganz zu schweigen von völliger Übereinstimmung, darüber was die Ehe in den Augen Gottes darstellt oder welche sexuellen Verhaltensweisen akzeptabel sind und welche nicht".
Kieschnick bezog sich auf die weiterhin andauernden Kontroversen innerhalb der lutherischen Kirchen und in anderen Konfessionen darüber, ob gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesegnet werden und Homosexuelle, die in einer Partnerschaft leben, als Pfarrer beziehungsweise Pfarrerinnen dienen oder andere Aufgaben innerhalb der Kirche übernehmen dürften.
Der ILC, eine Gemeinschaft konservativer lutherischer Kirchen mit weltweit rund 3,5 Millionen Mitgliedern, nahm letztes Jahr durch seine Vollversammlung eine Erklärung an, die "Homosexualität als Verstoss gegen den Willen Gottes" betrachte, sagte Kieschnick. Manche der 34 ILC-Mitgliedskirchen sind auch assoziierte Mitglieder im LWB. Einige LWB-Mitgliedskirchen hätten Schritte unternommen, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu billigen und Menschen erlaubt, die schwul oder lesbisch seien und in festen Partnerschaften lebten, als Geistliche zu arbeiten.
"Ich teile diese Gedanken mit der Vollversammlung, aber nicht, um ein Urteil zu fällen oder weil ich den Balken in meinem eigenen Auge nicht sehe", betonte Kieschnick, "sondern schweren Herzens." Solche Kontroversen könnten zu "erheblichem inneren Streit, ernsten geistlichen Konflikten und sogar institutionellem Schisma" führen, betonte er.
Trotz seiner Sorge darum, dass reformatorische Prinzipien und biblische Wahrheit in einigen LWB-Kirchen in Gefahr seien, bezeichnete Kieschnick den scheidenden LWB-Präsidenten Bischof Mark S. Hanson als "meinen Bruder in Christus" und brachte seine Dankbarkeit für die gegenseitige Freundschaft zum Ausdruck. "Auch wenn wir bei zahlreichen Fragen über Glauben und Leben nicht übereinstimmen", sagte er, "habe ich Ihre brüderliche Kollegialität und Ihren sanften Geist doch aufrichtig geschätzt, und ich bitte um Gottes Segen für Ihren zukünftigen Weg."
Der ILC geht auf das Jahr 1952 zurück. Er umfasst 34 Mitgliedskirchen in 32 Ländern, zu denen rund 3,5 Millionen konservative Lutheraner und Lutheranerinnen gehören. Die 2,3 Millionen Mitglieder umfassende Missouri Synode in den USA ist die grösste lutherische Kirche im ICL. Der Lutherische Weltbund wurde 1947 in Lund/Schweden gegründet und zählt inzwischen 145 Mitgliedskirchen mit rund 70 Millionen Christen in 79 Ländern.
Orthodoxe für Fortsetzung des Dialogs mit Lutheranern
Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel sieht schwierigen Weg zur Einheit 
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Stuttgart/Istanbul, 29.07.2010 / APD
In einem Grusswort an die Teilnehmenden der elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart sprach sich der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. für eine Fortsetzung des lutherisch-orthodoxen Dialogs aus, der 1981 mit dem Lutherischen Weltbund begonnen wurde. Die orthodoxe Seite wolle die Gespräche "mit Verantwortung und Engagement" führen. Man müsse sich jedoch bewusst sein, dass der Weg zur erhofften und erwarteten Einheit noch "lang und schwierig" sein werde.
Nach Einschätzung des orthodoxen Ehrenoberhauptes sei der Verlust der Ehrfurcht vor der Würde des Menschen ein weltweites Phänomen. Diese Situation sei "völlig inhuman und unakzeptabel" und stehe im Gegensatz zur biblischen Überlieferung, wonach der Mensch das Ebenbild Gottes sei, betonte Bartholomaios I. im Grusswort, das von Metropolit Prof. Dr. Gennadios von Sassima, dem Co-Präsidenten der Gemeinsamen lutherisch-orthodoxen Kommission, verlesen wurde.
Der Ökumenische Patriarch beklagte darin ferner, dass der technologische Fortschritt, der den Menschen in den westlichen Gesellschaften viele Annehmlichkeiten bereite, die anderen Teile der Welt aber noch nicht erreicht habe. Dort litten die Menschen unter anderem an Hunger, Wassermangel, unter Armut, HIV und AIDS, Ungerechtigkeit, einem Mangel an Religionsfreiheit sowie interreligiösen Konflikten und Kriegen. "Der Respekt für die menschliche Würde ist in den Köpfen und Herzen der Menschen verloren gegangen. Diese Situation ist völlig inhuman und inakzeptabel, und sie stellt eine spirituelle und soziale Herausforderung für alle Christen und Christinnen dar, der Menschheit und der ganzen Welt prophetische Antworten zu geben," bekräftigte der Ökumenische Patriarch.
Bartholomaios I. wurde am 22. Oktober 1991 nach dem Tod Dimitrios I. vom Heiligen Synod zum Erzbischof von Konstantinopel, dem neuen Rom, und Ökumenischer Patriarchen gewählt. Er ist faktisch das Ehrenoberhaupt von rund 350 Millionen orthodoxen Christen in aller Welt.
Weltmission
«Aufrichtiger Dialog, respektvolles Engagement, demütiges Zeugnis»
Jubiläumskonferenz «Edinburgh 2010» endet mit Aufruf zur Mission 
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Edinburgh/Grossbritannien, 29.07.2010 / APD
Mission sei nicht Ausdruck einer Hyperaktivität von Kirchen, die sich im Kreis drehten, betonte der anglikanische Erzbischof von York, John Sentamu, im Schlussgottesdienst der Jubiläumskonferenz „Edinburgh 2010". "Das prophetische Wort der Heiligen Schrift und der Heilige Geist machen uns lebendig, sodass wir nicht orientierungslos sind." Der Geistliche ermutigte die Versammelten, sich auf Gottes Mission an Orten einzulassen, "die wir nicht selbst auswählen, sondern an die Gott uns schickt". Sentamu predigte am 6. Juni in Edinburgh in der historischen "Assembly Hall" zum Gedenken an die Weltmissionskonferenz 1910, die vor hundert Jahren ebenfalls in der Halle stattfand.
Am Ende des Gottesdienstes wurde ein "Gemeinsamer Aufruf" zur Mission verlesen, eine Sammlung zentraler Aussagen, welche die aus nahezu allen Konfessionsfamilien stammenden rund 300 Delegierten während der Jubiläumskonferenz vom 2. bis 6. Juni zusammengetragen hatten. "Im Vertrauen auf den dreieinigen Gott und im erneuten Bewusstsein der Dringlichkeit sind wir aufgerufen, die frohe Botschaft vom Heil, von der Vergebung der Sünde, vom Leben in seiner ganzen Fülle und von der Befreiung der Armen und Unterdrückten zu verkörpern und zu verkündigen", heisst es in dem Aufruf, der deutlich machen möchte, welche Bedeutung Mission für die heutige Zeit habe. Dazu gehöre im Umgang mit Menschen anderen Glaubens und jenen ohne Glauben "aufrichtiger Dialog, respektvolles Engagement und demütiges Zeugnis von der Einzigartigkeit Christi".
In der Erklärung werden christliche Gemeinden aufgefordert, "einfühlsam und heilend" zu sein, damit sich auch Jugendliche in die Mission einbringen sowie Männer und Frauen gleichberechtigt Verantwortung miteinander teilen. Die Botschaft des Evangeliums ermutige dazu, Freundschaften zu schliessen, Versöhnung zu stiften und Gastfreundschaft zu praktizieren. Jesus fordere auf, "alle Menschen zu Jüngern und Jüngerinnen zu machen: Arme, Reiche, Ausgegrenzte, Ignorierte, Mächtige, Menschen mit Behinderungen, Junge und Alte". Bis zur Wiederkunft Christi "in Herrlichkeit und zum Gericht" gelte der Auftrag Gottes zur Mission, zu dem auch soziales Handeln gehöre.
An der Jubiläumskonferenz "Edinburgh 2010" beteiligten sich unter dem Motto "Christus heute bezeugen" Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, römische Katholiken, Evangelikale, Pfingstler und Vertreter unabhängiger Freikirchen. Die Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh gilt als Ausgangspunkt der Zusammenarbeit der Konfessionen. Teilnehmer waren damals vor allem westliche Missionsgesellschaften aus dem Protestantismus und der anglikanischen Kirche.
Ökumenisches Missionsverständnis vor Neudefinition
ÖRK-Kommission für Weltmission und Evangelisation will 2012 neues Grundsatzdokument veröffentlichen 
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Edinburgh/Genf, 29.07.2010 / APD
Die Kommission für Weltmission und Evangelisation (CWME) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat einen Prozess in Gang gesetzt, um das ökumenische Verständnis der christlichen Mission neu auszurichten. Eine für März 2012 geplante Missionsveranstaltung und eine neue Erklärung zu Mission und Evangelisation, die dem ÖRK auf seiner für 2013 in Busan (Südkorea) geplanten 10. Vollversammlung vorgelegt werden soll, bilden hierbei die beiden markantesten Punkte in diesem Prozess.
Die ÖRK-Kommission für Weltmission und Evangelisation fasste diese Beschlüsse in einer Sitzung, die von 7. bis 10. Juni in Edinburgh (Schottland), im Anschluss an die Konferenz "Edinburgh 2010" stattfand, mit der das hundertjährige Jubiläum der Edinburgher Weltmissionskonferenz von 1910 gefeiert wurde.
Als verbindlichen missiologischen Text betrachtet der Weltkirchenrat bis heute das vom ÖRK-Zentralausschuss 1982 angenommene Dokument "Mission und Evangelisation – Eine ökumenische Erklärung". Dieses Grundsatzdokument stütze sich auf Einsichten aus den Missionstheologien der Protestanten, der Evangelikalen, der Orthodoxen und der römischen Katholiken. Die Missionserklärung bewahre eine fruchtbare Spannung zwischen dem Bekenntnis zur Verkündigung des Evangeliums und der prophetischen Rolle der Kirchen, stellt der ÖRK fest.
"Die Ökumenische Erklärung von 1982 war einer der einflussreichsten ökumenischen Missionstexte des vergangenen Jahrhunderts", so der Sekretär des CWME, Rev. Dr. Jooseop Keum. Der Kontext, in dem Mission und Evangelisation stattfinden, habe sich jedoch in den letzten drei Jahrzehnten dramatisch verändert, sagte Keum. Die neue Missionserklärung werde diesem veränderten Kontext Rechnung tragen. Sie soll Mitgliedskirchen des ÖRK und deren affiliierten Missionseinrichtungen neue Konzepte und Richtlinien bieten und gleichzeitig auch ausserhalb der ÖRK-Gemeinschaft auf Interesse stossen, so der ÖRK-Vertreter.
Ihre endgültige Form werde die Erklärung auf einer Missionsveranstaltung erhalten, die im März 2012 stattfinden soll. Rund 120 Delegierte aus den ÖRK-Mitgliedskirchen und angeschlossenen Gremien der CWME sowie Gäste und Berater werden sich mit grundlegenden Fragen zur Mission Gottes in der heutigen Welt und der Art wie sich die Kirchen daran beteiligen können, sowie mit den Hauptschwierigkeiten und Themen auseinandersetzen.
Nach dieser Tagung solle die neue Missionserklärung im Herbst 2012 der Sitzung des ÖRK-Zentralausschusses vorgelegt und von dort an die ÖRK-Vollversammlung weitergeleitet werden, die für 2013 in Busan (Südkorea) geplant ist.
Zuvor werde die CWME-Kommission im nächsten Jahr noch einmal in Achimota bei Accra (Ghana) tagen. Dort beschloss 1958 der Internationale Missionsrat (IMR), eines der Ergebnisse der Weltmissionskonferenz von Edinburgh im Jahre 1910, sich mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen zu vereinigen.
Der Zusammenschluss von IMR und ÖRK trat 1961 in Kraft. Die CWME wird ihren fünfzigsten Geburtstag am letzten Tag ihrer Sitzung 2011 in ghanaischen Achimota mit einer öffentlichen Veranstaltung feiern. Für den Oktober 2011 soll ferner eine Jahrhundertausgabe der "International Review of Mission" (IRM) veröffentlicht werden.
Bei den über 20 Mitgliedern der CWME handelt es sich um Vertreter von ÖRK-Mitgliedskirchen, der CWME affiliierte Missionseinrichtungen sowie die so genannte "breitere Ökumene". So arbeiten Missionseinrichtungen der römisch-katholischen Kirche, evangelikale Gemeinschaften und Pfingstkirchen als Mitglieder in der ÖRK-Kommission für Weltmission und Evangelisation mit.
Die Kommission schafft, nach eigenen Angaben, Raum für den Austausch von Überlegungen, Erfahrungen, Fragen und Entdeckungen zu Inhalt und Methoden des heutigen christlichen Zeugnisses. Ihr Ziel bestehe darin, Kirchen und Missionseinrichtungen dazu zu ermächtigen, gemeinsam in der Nachfolge Jesu Christi Mission zu betreiben.
Religionsfreiheit
«Religionsfreiheit» Thema für katholischen Weltfriedenstag 2011 
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Rom/Italien, 29.07.2010 / APD
Der Weltfriedenstag der katholischen Kirche am 1. Januar 2011 steht unter dem Motto: "Religiöse Freiheit, der Weg zum Frieden". Papst Benedikt XVI. erinnert mit diesem Leitwort an die Bedrohung der religiösen Freiheit in vielen Teilen der Welt und weist auf den engen Zusammenhang zwischen dem Schutz der Religionsfreiheit und dem Frieden hin.
Die religiöse Freiheit unterliege in manchen Teilen der Welt Einschränkungen oder werde gänzlich verneint, heisst es in der Begründung. Diese Einschränkungen reichten etwa von einer religiösen Diskriminierung und Ausgrenzung bis hin zu Gewalt gegen religiöse Minderheiten. Dabei könne Religionsfreiheit als die "Freiheit aller Freiheiten" bezeichnet werden, heisst es in dem Vatikanschreiben. Sie sei ein Grundrecht, das den Horizont von Menschlichkeit und Freiheit weite. Zudem erlaube die Religionsfreiheit eine tiefe Beziehung mit einem selbst, mit anderen und mit der Welt.
Es sei nicht hinnehmbar, dass Gläubige ihre Religion unterdrücken müssten, um in der Gesellschaft als Bürger behandelt zu werden, ist in der Aussendung zu lesen. Eine Leugnung Gottes dürfe nicht die Voraussetzung für die Zuerkennung von Rechten sein. Die religiöse Freiheit müsse insbesondere dort geschützt werden, wo sie im Konflikt mit säkularen Ideologien oder einer religiösen Mehrheit stehe, die einen Alleinvertretungsanspruch habe, heisst es darin weiter.
Die religiöse Freiheit gründe in der Menschenwürde, erläutert das Schreiben. Alles, was gegen die Menschenwürde verstosse, sei nicht mit der religiösen Freiheit vereinbar. Ihre Gewährleistung sei überdies ein entscheidendes Kriterium für die Beurteilung religiöser Phänomene. Der Grundgedanke von Religionsfreiheit versage Fundamentalismus klar den Anspruch auf "Religiosität", gleiches gelte auch für die Manipulation und Instrumentalisierung der Wahrheit.
Bereits im März dieses Jahres verlangte der ständige Vertreter des Vatikans bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Silvano Tomasi, in einer Rede vor der 13. Tagung des Rates für Menschenrechte in Genf, von den UN-Mitgliedsstaaten, dass "die Verteidigung der Religionsfreiheit oberstes Gebot werden muss". Er rief die Regierungen dazu auf, "das Recht auf Religionsfreiheit in allen seinen Bereichen zu fördern und zwar durch die nationale Gesetzgebung einschliesslich angemessener Strafen bei Missachtung, damit Straflosigkeit auf wirksame Weise bekämpft wird". Der Staat trage Verantwortung für den Schutz der Rechte aller Einwohner und so lange der Staat nicht in der Lage oder nicht willens sei, eine wirksamen juridischen Schutz für alle Bürger zu garantieren, "wird die fortwährende Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheiten die Welt weiterhin belasten und die Menschenrechte aller mindern," sagte Erzbischof Tomasi.
Nach Angaben des vatikanischen UNO-Beobachters lebten rund 70 Prozent der 6,8 Milliarden Einwohner der Weltbevölkerung in Ländern, in denen es grosse Einschränkungen bei der Religionsfreiheit gebe, was sich vor allem zu Lasten der religiösen Minderheiten auswirke".
Der Weltfriedenstag wurde von Papst Paul VI. (1963-1978) ins Leben gerufen und erstmals 1968 begangen. Im Dezember 1967 wandte sich Paul VI. mit einer Friedensbotschaft an die Welt und legte den ersten Januar als Weltfriedenstag der römisch-katholischen Kirche fest. Zu diesem Anlass wenden sich die Päpste seither mit einer Botschaft des Friedens an die Öffentlichkeit.
Die diesjährige Botschaft zum Weltfriedenstag trägt den Titel "Willst Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung". Papst Benedikt XVI. hat darin die Weltgemeinschaft zu einer radikalen ökologischen Wende und zu einem erneuerten "Bund zwischen Mensch und Umwelt" aufgerufen. Es gelte, zu einem neuen Lebensstil zu finden und die "Logik des Konsums" hinter sich zu lassen.
Bildung
Generationenwechsel an der Spitze der Theologischen Hochschule Friedensau 
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Magdeburg/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Das Kuratorium der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg wählte Friedbert Ninow (49), M.A., Ph.D., zum neuen Rektor. Er tritt sein Amt zum 1. März 2011 an, wenn der bisherige Amtsinhaber, Professor Johann Gerhard, M.Div., D.Min., in den Ruhestand geht. Ninow lehrt seit 1997 an der Hochschule. Er ist Dozent für Altes Testament und Biblische Archäologie. Seit 2009 ist er auch der Dekan des Fachbereichs Theologie.
Die 1899 gegründete Bildungsstätte erhielt 1990 die staatliche Anerkennung als Hochschule. An ihr sind rund 150 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Die Hochschule bietet den Bachelor (B.A.) und Master (M.A.) in Theologie, den Master of Theological Studies (M.T.S.), den Bachelor (B.A.) in "Soziale Arbeit" sowie "Gesundheits- und Pflegewissenschaften" und den Master (M.A.) in "Sozial- und Gesundheitsmanagement", "Counseling" (Beratung) sowie "International Social Science" (Internationale Sozialwissenschaften) an.
Hochschule Friedensau erhält 35.000 Euro zur Förderung der Erstsemester 
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Friedensau bei Magdeburg, 29.07.2010 / APD
Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat zum ersten Mal 35.000 Euro aus dem Hochschulpakt erhalten. Damit soll die Werbung von Studierenden unterstützt und die Erstausstattung an Büchern für Bachelorstudiengänge verbessert werden, teilte Rektor Professor Johann Gerhardt mit. Der Hochschulpakt ist ein Mittel zur Förderung von Studienplätzen für das erste Hochschulsemester und dient als Ausgleich zwischen den Alten und Neuen Bundesländern.
Catholica
Vatikan will durch Neuevangelisierung den Säkularismus aufhalten 
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Rom/Italien, 29.07.2010 / APD
Papst Benedikt XVI. hat offiziell die Schaffung einer neuen vatikanische Institution bestätigt. Der neue Päpstliche Rat für die Verkündigung des Evangeliums soll sich besonders um eine erneuerte Evangelisierung in den Ländern kümmern, in denen der Glaube zwar schon alt, aber durch die fortschreitende Säkularisierung schwach geworden sei. Die Neuevangelisierung, die auf das Zweite Vatikanische Konzil zurückgehe, sei dabei nicht inhaltlich zu verstehen, sondern durch einen erneuerten inneren Antrieb geprägt, so Papst Benedikt weiter. Er solle neue Wege der Verkündigung suchen, die der Zeit angemessen seien.
Der im römisch-katholischen Kontext verwendete Begriff "Evangelisierung" bedeutet in erster Linie "das Evangelium über die gesamte Welt zu verbreiten". Evangelisierung kann sowohl mit einer Missionierung einhergehen, welche die Bekehrung (Konversion) und Taufe der Evangelisierten zum Ziel hat, als auch mit einer Katechese zur Neubelebung des christlichen Glaubens der Evangelisierten.
In der 2007 veröffentlichten "Lehrmässigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung" präzisierte die Kongregation für die Glaubenslehre: "Das Wort Evangelisierung hat eine überaus reichhaltige Bedeutung. In einem weiteren Sinn fasst es die gesamte Sendung der Kirche zusammen: Ihr ganzes Leben besteht ja in der Verwirklichung der traditio Evangelii, der Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums, das „eine Kraft Gottes [ist], die jeden rettet, der glaubt“ ( Röm 1,16 EU), und letztlich mit Jesus Christus identisch ist ( 1 Kor 1,24 EU). Deshalb richtet sich die so verstandene Evangelisierung an die ganze Menschheit."
Dokumentation
Abschlusserklärung der Hundertjahrfeier der ersten Weltmissionskonferenz in Edinburgh 
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Edinburgh/Grossbritannien, 29.07.2010 / APD
GEMEINSAMER AUFRUF
Wir sind zur Hundertjahrfeier der Weltmissionskonferenz von Edinburgh 1910 zusammengekommen und bekennen unseren Glauben, dass die Kirche als Zeichen und Symbol des Reiches Gottes berufen ist, heute Zeugnis von Christus abzulegen, indem sie an Gottes Mission der Liebe durch die verwandelnde Kraft des Heiligen Geistes teilhat.
1. Im Vertrauen auf den dreieinigen Gott und im erneuten Bewusstsein der Dringlichkeit sind wir aufgerufen, die frohe Botschaft vom Heil, von der Vergebung der Sünde, vom Leben in seiner ganzen Fülle und von der Befreiung der Armen und Unterdrückten zu verkörpern und zu verkündigen. Wir sind zu solchem Zeugnis und solcher Evangelisation aufgefordert, die uns zu lebendigen Zeichen der Liebe und Gerechtigkeit werden lassen, die dem Willen Gottes für die ganze Welt entsprechen.
2. Im Gedenken an Christi Opfertod am Kreuz und seiner Auferstehung für das Heil der Welt und in der Kraft des Heiligen Geistes sind wir zu aufrichtigem Dialog, respektvollem Engagement und demütigen Zeugnis von der Einzigartigkeit Christi unter Menschen anderen – und keinen – Glaubens aufgerufen. Unser Handeln ist von kühnem Vertrauen auf die Botschaft des Evangeliums geprägt; es baut Freundschaft auf, strebt nach Versöhnung und übt Gastfreundlichkeit.
3. In der Gewissheit des Heiligen Geistes, der über die Erde bläst, wie er will, der die Schöpfung wieder verbindet und unverfälschtes Leben bringt, sind wir aufgerufen, Gemeinschaften der Mitmenschlichkeit und Heilung zu werden, in denen junge Menschen aktiv an der Mission teilhaben und Frauen und Männer gleichberechtigt Macht und Verantwortung miteinander teilen, in denen ein neuer Eifer für Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz spürbar ist und eine erneuerte Liturgie gefeiert wird, die die Schönheit des Schöpfers und seiner Schöpfung widerspiegelt.
4. Beunruhigt über Unausgewogenheit und Ungleichgewicht von Macht, die uns in der Kirche wie in der Welt spalten und Sorge bereiten, sind wir zur Busse aufgerufen, zum kritischen Nachdenken über Machtsysteme und zu einem verantwortlichen Umgang mit Machtstrukturen. Wir sind aufgerufen, konkrete Wege zu finden, um als Glieder des einen Leibes in vollem Bewusstsein dessen zu leben, dass Gott die Hochmütigen abweist, dass Christus die Armen und Niedergeschlagenen annimmt und bevollmächtigt und dass sich die Kraft des Heiligen Geistes in unserer Verletzlichkeit manifestiert.
5. Im Bekenntnis zur Bedeutung der biblischen Grundlagen für unser missionarisches Engagement und unter Wertschätzung des Zeugnisses der Apostel und Märtyrer sind wir aufgerufen, uns der Ausdrucksformen des Evangeliums in vielen Ländern auf der ganzen Welt zu erfreuen. Wir feiern die Erneuerung, die wir durch Migrationsbewegungen und durch Missionstätigkeit in alle Richtungen erfahren, die Weise, wie alle durch die Gaben des Heiligen Geistes für die Mission ausgerüstet werden, und Gottes fortwährenden Aufruf an Kinder und junge Menschen, das Evangelium zu fördern.
6. In Anerkennung der Notwendigkeit, eine neue Generation von Führungskräften zu prägen, die in einer Welt der Vielfalt im 21. Jahrhundert glaubwürdige Missionsarbeit leisten, sind wir aufgerufen, in neuen Formen der theologischen Ausbildung zusammenzuarbeiten. Weil wir alle nach dem Bild Gottes erschaffen sind, werden sich diese neuen Formen auf die einmaligen Charismen stützen, die jedem und jeder von uns eigen sind, uns einander auffordern lassen, im Glauben und Verständnis zu wachsen, Ressourcen weltweit gerecht miteinander zu teilen, den ganzen Menschen und die ganze Familie Gottes einzubinden und die Weisheit unserer Ältesten zu respektieren und gleichzeitig die Beteiligung von Kindern zu fördern.
7. Im Vernehmen des Aufrufs Jesu, alle Völker zu Jüngern und Jüngerinnen zu machen – arme, reiche, marginalisierte, unbeachtete, mächtige, behinderte, junge und alte Menschen -, sind wir als Glaubensgemeinschaften zur Mission von überall nach überall aufgerufen. Freudig vernehmen wir den Ruf , einer vom anderen zu empfangen, während wir in Wort und Tat Zeugnis ablegen - auf den Strassen, den Feldern, in Büros, zu Hause und in Schulen – und Versöhnung anbieten, Liebe zeigen, Gnade verkündigen und die Wahrheit aussprechen.
8. Im Gedenken an Christus, den Gastgeber beim Festmahl, und der Einheit verpflichtet, für die er gelebt und gebetet hat, sind wir zur fortwährenden Zusammenarbeit aufgerufen, dazu, uns kontroverser Themen anzunehmen, und auf eine gemeinsame Vision hinzuarbeiten. Wir sind aufgefordert, einander in unserer Verschiedenheit anzunehmen, unsere Mitgliedschaft durch die Taufe in dem einen Leib Christi zu bekennen und anzuerkennen, dass wir der Gegenseitigkeit, Partnerschaft, Zusammenarbeit und Vernetzung in der Mission bedürfen, damit die Welt glaube.
9. Im Gedenken an Jesu Weg des Zeugnisses und Dienstes glauben wir, dass Gott uns aufruft, in Christi Nachfolge diesen Weg zu gehen – freudig, inspiriert, gesalbt, ausgesandt und ermächtigt durch den Heiligen Geist, gespeist von den christlichen Disziplinen in unseren Gemeinschaften. In Erwartung der Ankunft Christi in Herrlichkeit und zum Gericht, erfahren wir seine Gegenwart im Heiligen Geist und wir laden alle ein, sich uns anzuschliessen, wenn wir an Gottes verwandelnder und versöhnender Mission der Liebe für die ganze Schöpfung teilhaben.
Edinburgh, 6. Juni 2010
Gastkommentar
Versöhnung zwischen Lutheranern und Mennoniten bleibt hinter deutschem Dialogergebnis zurück 
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Bensheim/Deutschland, 29.07.2010 / APD
FORTSCHRITT UND RÜCKSCHRITT
Die Versöhnung zwischen Lutheranern und Mennoniten war unbestritten der Höhepunkt der am 27. Juli in Stuttgart zu Ende gegangenen 11. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB). Die 418 Delegierten aus 79 Ländern würdigten die umfangreichen Arbeiten der Internationalen lutherisch-mennonitischen Studienkommission, die am 22. Juli unter dem Titel "Heilung der Erinnerungen – Versöhnung in Christus" in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch vorgelegt wurde. Zwischen 2005 und 2008 war ein gemeinsames Verständnis dieser von Verfolgung, Verachtung und Vorurteilen geprägten Geschichte erarbeitet worden, die Verwerfungen der täuferischen Theologie in den lutherischen Bekenntnisschriften (Taufe, Verhältnis Staat-Kirche, Militärdienst, Eid u.a.) wurden auf ihre heutige Aussagekraft hin geprüft und es wurde nach Wegen eines weiteren Versöhnungsprozesses gesucht. Das Dialogergebnis wurde bereits 2009 sowohl von der Versammlung der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) und vom Rat des LWB gebilligt und so war der Weg zu einem Schuldbekenntnis bei der LBW-Vollversammlung frei. Dieses fand im Beisein zahlreicher Gäste aus fast allen christlichen Konfessionsfamilien in einem eindrucksvollen und symbolträchtigen Versöhnungsakt und in einem anschliessenden ökumenischen Bussgottesdienst statt. Mit der einstimmig angenommen Beschlussfassung verpflichteten sich die 145 Mitgliedskirchen des LWB u.a, dazu, "die lutherischen Bekenntnisschriften im Licht der der gemeinsam beschrieben Geschichte von Lutheranern und Mennoniten zu interpretieren", dies auch im akademischen und kirchlichen Unterricht umzusetzen und "die Untersuchung von bisher ungelösten Fragen" (Taufe, Verhältnis von Christen und Kirche zum Staat) "im Geist wechselseitiger Offenheit und Lernbereitschaft fortzuführen". Die Schuldbekenntnisse und Zeugnisse im Gottesdienst führten die Tragik vor Augen, wie Luther und Melanchthon die Hinrichtung von Täufern theologisch gerechtfertigt haben. Von mennonitischer Seite wurde Selbstgerechtigkeit und Arroganz reklamiert und bekannt, dass auch die Gemeinschaften der täuferischen Tradition "der Heilung und Vergebung bedürfen".
Auch wenn mit dem mennonitischen Ökumeniker Fernando Enns die Frage gestellt werden muss, warum der LBW erst im 21. Jahrhundert sich zu dieser grossen Schuldgeschichte bekennen konnte, so ist dieser Versöhnungsschritt auf Weltebene ein wichtiges Zeichen für die weiter positive Entwicklung der innerprotestantischen Ökumene. Trotzdem darf nicht verschwiegen werden, dass dieser Dialog hinter den Gesprächsergebnissen zurückbleibt, die zwischen 1989 und 1992 in Deutschland zwischen der Vereinigten-Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) geführt wurden. Hierauf hatte auch in Stuttgart der lutherische Oberkirchenrat Michael Martin hingewiesen. Damals konnte 1996 nach der Rezeption in allen deutschen Landeskirchen und Gemeinden der AMG in zwei Gottesdiensten nicht nur ein gegenseitiges Schuldbekenntnis ausgesprochen werden. Es wurde ausdrücklich eine gegenseitige eucharistische Gastbereitschaft ausgesprochen und es wurde festgestellt, dass die Verwerfungen des Augsburgischen Bekenntnisses von 1530 die heutigen Mennoniten nicht mehr treffen.
So bleibt zu hoffen, dass nach Abschluss der beabsichtigten Fortführung des Dialogs von LWB und MWK zum Thema "Taufe" bald auch weltweit weitere Versöhnungsschritte gegangen werden können.
Dr. Walter Fleischmann-Bisten, Leiter des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, Bensheim (Deutschland)
Personen
Heiner Bielefeldt, neuer UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit 
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Genf/Schweiz, 29.07.2010 / APD
Der UN-Menschenrechtsrat, mit Sitz im schweizerischen Genf, hat am 18. Juni an seiner 14. Sitzung den deutschen Theologen, Philosophen und Historiker Heiner Bielefeldt (52) zum neuen Sonderberichtserstatter für Glaubens- und Gewissensfreiheit der Vereinten Nationen (UNO) ernannt. Er übernimmt das Amt ab August von der pakistanischen Juristin Asma Jahangir, die turnusgemäss ausscheidet.
Bielefeldt studierte Philosophie und katholische Theologie in Bonn und Tübingen und Geschichtswissenschaften in Tübingen. Nach seiner Wissenschaftslaufbahn an den Universitäten Tübingen, Mannheim, Heidelberg und Bielefeld, war er 2003 bis 2009 Direktor des vom deutschen Bundestag gegründeten Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. Als Leiter des Instituts hatte er sich unter anderem immer wieder mit der Islamkritik in Europa auseinandergesetzt und dabei auch vor Diffamierung und Ausgrenzung gewarnt. Seit 2009 hat Bielfeldt den neu geschaffenen Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg inne.
Die derzeitige UN-Sonderberichterstatterin Asma Jahangir war von 1998 bis 2004 Sonderberichterstatterin der Vereinigten Nationen für extralegale Hinrichtungen. 2004 übernahm sie die Sonderberichterstattung für Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Hamburger Bischöfin Jepsen zurückgetreten 
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Hamburg/Deutschland, 29.07.2010 / APD
Die Bischöfin der Nordelbischen Kirche in Deutschland, Maria Jepsen, ist am 16. Juli zurückgetreten. Die 65-jährige Theologin begründete diesen Schritt damit, dass ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt werde und sie deshalb ihr Amt nicht mehr ausüben könne. Die Bischöfin war im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pastor in Ahrensburg in die Kritik geraten.
Jepsen war 1992 zur Bischöfin für den Sprengel Hamburg gewählt worden, damit wurde sie zur weltweit ersten lutherischen Bischöfin.
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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,3 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 203 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

